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„Grundlagen erfolgreicher PR“, 5. Teil
Machen
oder machen lassen: Über die Zusammenarbeit mit PR-Agenturen
Wenn Sie Teil eins bis fünf der Serie „Grundlagen erfolgreicher
PR“ gefolgt sind, wissen Sie, wie Sie:
- eine PR-Konzeption machen
- Journalistenkontakte aufbauen und pflegen
- einen Verteiler anlegen
- ein geeignetes Thema finden.
Mit diesem Basis-Knowhow dürfen Sie sich jetzt zu Ihren eigenen Pressesprecher
ernennen und ganze PR-Arbeit leisten. Das kostet natürlich Zeit und damit Geld.
Und gestandene PR-Leute verfügen schon über mehr Erfahrung, Kenntnisse und
Kniffe als eine Kurz-Serie vermitteln kann. Stellt sich also die Frage, ob es
Sinn macht, eine PR-Agentur oder einen PR-Berater einzuschalten. Neben dem
theoretischen und praktischen Rüstzeug von PR-Leuten gibt es noch weitere
Vorteile, die ein Abgeben Ihrer PR-Aktivitäten an Profis mit sich bringt. In der
Regel sind dort gute Kontakt zu den Redaktionen vorhanden, ein Spezialwissen
über eine oder mehrer Branchen ebenso. Außerdem hilft die Außensicht durch eine
PR-Agentur, die eigene, oft eingeschränkte Sichtweise zu lockern und über den
Tellerrand hinauszublicken.
PR-Arbeit ist sehr umfassend. In einer PR-Agentur arbeiten Profis im Schreiben,
Planen, Gestalten, Umsetzen und Bewerten. Das kann der Unternehmenschef in der
Regel nicht komplett leisten. Doch Vorsicht: PR-Agenturen entlasten zwar, machen
aber auch Arbeit. Sie wollen am Anfang umfassend gebrieft und danach regelmäßig
über alle Vorgänge informiert werden, Texte müssen abgestimmt und Themen
gefunden werden. Eine PR-Agentur, von der Sie über einen längeren Zeitraum
nichts hören, sollte Sie dringend auf den Zahn fühlen.
Um die richtige Agentur zu finden, empfiehlt sie ein Vier-Phasen-Modell:
1. Analyse: Was für eine PR-Leistung benötigen Sie? Vielleicht
hauptsächlich redaktionelle Arbeiten? Oder sind Veranstaltungen für Sie wichtig?
Entsprechend dieser Kriterien erstellen Sie ein Anforderungsprofil.
2. Recherche: Passende Agenturen finden Sie über die üblichen
Branchenbücher oder über den Verband der PR-Treibenden, der Deutschen Public
Relations Gesellschaft (DPRG). Auch der Zentralverband der Deutschen
Werbewirtschaft (ZAW) kann helfen. Eine Agentur vor Ort erspart lange Wege,
andererseits sind Branchenkenntnisse oder spezielle Qualifikationen wichtiger
als ein kurzer Anfahrtsweg.
3. Briefing: Laden Sie drei bis vier Agenturen ein, briefen Sie sie
ausführlich und bitten Sie sie, sich konzeptionelle Gedanken zu machen. Klären
Sie auch, ob die Präsentation vergütet wird.
4. Präsentation und Entscheidung: Machen Sie vor der Präsentation eine
Checkliste, was Sie erfahren wollen. Lassen Sie sich weniger vom Medieneinsatz
als von Sachkompetenz und Erfahrung beeindrucken.
Bei der Honorierung gibt es verschiedene Modelle. Erstens eine pauschale
Vergütung, die eine bestimmte Anzahl von standardisierten Leistungen
einschließt, zum Beispiel sechs Presseinformationen pro Jahr. Zweitens eine
Abrechung nach Stunden- bzw. Tagessätzen oder eine Kombination von beiden
Modellen. Letzteres Modell ist am weitesten verbreitet. Auch eine
projektbezogene Honorierung, zum Beispiel für eine Imagebroschüre, ist möglich.
Wenn Sie eine passende PR-Agentur gefunden haben, sollten Sie diese in alle
Informationsflüsse einbinden, da PR-Leute oft da Themen finden, wo Sie sie am
wenigsten vermuten. Gute PR-Redakteure wissen, welche Themen gerade gut laufen
oder gut laufen werden. Der Abstimmungsprozess sollte zügig erfolgen. Die
PR-Agentur sollte sich verpflichten, ihre Aktivitäten und Ergebnisse zu
dokumentieren. Diese Berichte sowie alle anderen Leistungen sowie die
Honorierung und Zuständigkeiten sollten am Anfang in einem Vertrag geregelt
werden.
Richard Lamers, M.A.
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