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Marketing in der Wirtschaftskrise
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In diesen Zeiten werden Sieger geboren!
Marketing in der Wirtschaftskrise
Das chinesische Schriftzeichen für „Krise“ beinhaltet das Zeichen für „Chance“.

Diese alte Kultur scheint schon lange verstanden zu haben, dass Zeiten des
Umbruchs Zeiten der Erneuerung sind. In der heutigen Zeit wurde die Chance der
Krise auch wissenschaftlich bestätigt. So stellte die Gesellschaft für
Konsumforschung in einer großangelegten Studie fest, dass Werbung und
Produktinnovationen in Krisenzeiten erfolgreicher sind. Die GfK untersuchte 700
Marken und zeigte, dass Produktinnovationen und Werbung nicht nur in der Krise
mehr Erfolg haben, sondern das auch Marktanteile derart gesteigert werden
können, dass der kluge Unternehmer seinen Umsatz im Aufschwung dann eklatant
steigert.
Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein statistisches Phänomen, der Erfolg
des antizyklischen Verhaltens erfolgreicher Unternehmer lässt sich auch
begründen:
1. Konsumenten vertrauen Erfolg und Stabilität
In der heutigen Krisenzeit werden die Schlagzeilen durch schlechte Nachrichten
dominiert. Traditionsunternehmen wie Schiesser oder Märklin melden Insolvenz an.
Banken müssen gerettet werden. Kurzarbeit. Die Angst geht nicht nur in
Rüsselsheim, Bochum und Eisenach um, wenn über Opel diskutiert wird. Es ist
geradezu eine Qual, Morgens die Zeitung aufzuschlagen. Und dann kommt Audi.
Mitten in der Krise verkündet der Ingolstädter Konzern Rekordgewinne und dass es
keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Auf einmal geht die Sonne auf
und wir schöpfen wieder Hoffnung. Wir danken diesem Unternehmen dafür. Und diese
Dankbarkeit setzt sich in den Herzen und auch im Unterbewusstsein fest. In
normalen Zeiten ist die Tatsache, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen
geben wird, keine Nachricht wert. Jetzt schon.
Und wie denkt der Kunde? Ist irgendjemand so sozial, ein Auto zu kaufen, um den
tapferen Arbeitern in Bochum zu helfen? Oder denkt der potentielle Autokäufer
lieber an 10 Jahre Garantie gegen Durchrostung (wer weiß, ob es Opel in 10
Jahren noch gibt?)? Denkt er an die Vertragswerkstatt, an Originalersatzteile
und an vertraute Nachfolgemodelle?
Fazit: In schlechten Zeiten ist bereits eine Meldung der früheren Normalität
eine gute Nachricht.
Alles ist relativ. Nutzen Sie die Krise für positive Pressearbeit.
2. Agieren Sie Antizyklisch: Gleichzeitig Kosten sparen, auffallen und
Marktanteile sichern
Einer der häufigsten Sätze in Krisenzeiten lautet: „Wir müssen den Gürtel enger
schnallen und sparen.“ Und so wird der Rotstift überall im Unternehmen angesetzt
und nahezu demokratisch werden Einsparpotentiale allen Abteilungen und
Divisionen aufgezwungen, da es ja schon Symbolverhalten hat, dass wirklich jeder
sparen muss. Dieses demokratische Sparverhalten nach dem berühmten
Gießkannenprinzip ist jedoch für den Unternehmer unklug. Nahezu selbstmörderisch
ist es, in der Krise beim Marketing zu sparen. Dies geschieht gerne mit der
Begründung, dass das Marketing Kosten verursacht, welche nicht kurzfristig einen
nachweisbaren Rückfluss an Umsatz oder gar Gewinn generieren würden.
In Krisenzeiten werden nachweislich – wie auch durch die GfK – Studie belegt –
die Marktanteile neu verteilt. Wer es jetzt schafft, zusätzliche Anteile zu
gewinnen, profitiert bei wachsendem Markt überproportional von steigenden
Umsätzen und Gewinnen.
Da viele Unternehmen an der Werbung sparen, kämpfen auch die Medien und die
werbetreibenden Dienstleister um ihre Kunden. Werden weniger Anzeigen
geschaltet, so sinkt der Preis. Kämpft das Callcenter um Kunden und befürchtet
vielleicht sogar einen ansonsten notwendigen Stellenabbau,
so ist es zu Rabatten bereit. Wenn Sie in Krisenzeiten langfristige Verträge mit
Ihren Anbietern aus dem Marketing schließen können, so bieten Sie Ihren
Anbietern Sicherheit in gefährlichen Zeiten.
Gleichzeitig profitieren Sie aber auch von günstigen Konditionen im Aufschwung.
So günstig kommen Sie sonst nie an gute Verträge.
Als Bonbon erzielt jede einzelne Aktion auch nachweislich bessere Ergebnisse:
Wenn ihre Wettbewerber die Budgets kürzen, fällt Ihre Aktion zentraler ins Auge.
Ihre Botschaft kann sich ungestört in das Bewusstsein und Unterbewusstsein Ihrer
Zielgruppe eingraben.
Fazit: Aktives Marketing in der Krise fällt stärker auf und ist kostengünstig.
Kluge Unternehmen nehmen diese Vorteile durch höhere Marktanteile und
langfristige Verträge mit in den Aufschwung.
Dipl.-Kff. Marion Frettlöh
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