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Neuromarketing - Auf der Suche nach dem Kaufknopf im Gehirn!
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TEIL I Grundlagen
Neuromarketing -
Auf der Suche nach dem Kaufknopf im Gehirn!
Das neue Zauberwort der Werbebranche liegt voll im Trend, Tendenz
steigend. Warum die neue Disziplin so boomt? Kein Wunder, soll sie doch die
Erkenntnisse der klassischen Marktforschung revolutionieren…!
Fakt ist, dass jährlich in Deutschland ca. 10 Milliarden Euro für Werbeflops
ausgegeben werden. Eine stattliche Summe!
Befragt man in diesem Zusammenhang Konsumenten, weshalb sie gerade dieses und
nicht jenes Produkt gekauft haben oder ein neues völlig außer Acht ließen,
erhält man keine verlässlichen Aussagen. Denn selbst, wenn die Befragten Gründe
nennen können, sind es meist ganz andere, „unbewusste Anreize“, die sie zum Kauf
animierten.
Pilot und Autopilot
Unser Gehirn erhält pro Sekunde von allen Sinnen etwa 11 Millionen Bits.
Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahnemann nennt dieses System das System
1: den Autopiloten (das Unterbewusstsein).
Nahezu grenzenlos kann es Informationen aufnehmen, nur einen minimalen Teil
davon – zwischen 40 und 50 Bits – gib es an das System 2: den Piloten (das
Bewusstsein) weiter.
Es gelangen also immer sehr viel mehr Impulse in unser Gehirn, als uns wirklich
bewusst ist!
Was liegt da näher, als dieses „Informationspotential“ einmal etwas genauer
unter die Lupe zu nehmen?
Hier setzt das Neuromarketing gezielt an, in dem psychische und physische
Vorgänge im Gehirn mit bildgebenden Verfahren wie PET (Positronen-Emissions-Tomografie)
oder MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) erforscht werden.
Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie ein Mensch bewusst oder
unbewusst auf Werbebotschaften und Produkte reagiert. Und - welche Hirnregionen
wie und durch welche Reize stimuliert werden können.
Das große Kopfkino
Immer wenn wir von etwas angeregt werden, sorgt der etwa kirschkerngroße
Nucleus accumbens dafür, dass wir es auch besitzen wollen. Er spielt eine
zentrale Rolle im „Belohnungssystem“ des Gehirns.
Zudem werden spezielle Zellen – die Spiegelneurone – aktiv und gaukeln uns vor,
eine Geschichte oder Handlung tatsächlich selbst zu erleben. Sie simulieren die
Gefühle und Stimmungen, die wir bei einer anderen Person wahrnehmen.
Wir erleben spontan, unbewusst und implizit ein „virtuelles Konsumerlebnis“, was
auch bei geringer Aufmerksamkeit funktioniert. Wenn also z. B. in einem
Werbespot jemand ein frisch gezapftes Bier trinkt, schmecken wir den herben
Geschmack quasi auf der Zunge. Und in unserem Gehirn werden die gleichen Areale
fürs „Haben-wollen“ aktiviert wie beim realen Biertrinker.
Willenlos werden wir dadurch aber nicht, denn bevor wir uns tatsächlich
entscheiden, z. B. ein kostspieliges Auto oder ein teures Schmuckstück zu
erwerben, treten zunächst noch einige weitere Hirnregionen in Aktion.
Erst in einem komplexen Hirnprozess, bei dem neben verschiedenen anderen Teilen
auch der präfrontale Cortex als oberste Handlungsinstanz beteiligt ist,
entscheiden wir uns zum Kauf oder eben nicht.
Bei Testpersonen, die sich während einer Magnetresonanztomografie
unterschiedliche Markenprodukte ansahen, zeigte sich in eben dieser Hirngegend
eine erhöhte Blutströmung – aber nur dann, wenn sich die Probanden mit dem
Produkt identifizierten.
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Claudia Göhnermeier, PR-Consultant
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