Das kleine 1x1 der Kauflust-Steigerung
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Adressqualität
Die Qualität von Adressen unterliegt großen Schwankungen.
Bei Serienbriefen müssen Sie selbst bei guten Adressen mit einem Anteil von
5-10% unzustellbarer Sendungen rechnen, wenn nicht mit der Umzugsdatenbank
abgeglichen wird. Der Abgleich mit der Umzugsdatenbank ist teilweise
durch geänderte gesetzliche Bestimmungen nicht mehr möglich.
Adressen, die freiwillige Angaben wie Telefon und E-Mail enthalten, haben
erfahrungsgemäß einen hohen Fehleranteil. Teils durch unvollständige oder
unleserliche Angaben, teils durch Erfassungsfehler.
TEIL II Erkenntnisse: Codes
Das kleine 1x1 der Kauflust-Steigerung
Produktwerbung wirkt – nur anders als gedacht!
Zu denken, Marken und Produkte seien austauschbar, ist bei diesem
Ansatz eher hinderlich und entspräche auch nicht der Wahrheit. Selbst wenn die
Bestandteile eines Produktes objektiv 100 %ig gleich wären.
Es sind die „subtilen Unterschiede“, „deren Bedeutung und
Identifikationsmöglichkeit“, wodurch Produkte unsere Gefühlswelt ansprechen und
absatzförderlich wirken. Eine große Bedeutung kommt dabei verschiedenen Codes zu
(Symbole, Storytelling, Sinne und Sprache).
Code: Symbole
Die kleinen Tricks
Manchen Werbemitteln liegen Gutscheine und Geschenkofferten bei; sie werden
dadurch sehr viel häufiger geöffnet, als solche ohne. Auch ein in Aussicht
gestellter Gewinn animiert Menschen in größerer Anzahl an Befragungen
teilzunehmen. Selbst bei weihnachtlichen Spendenaufrufen steigt die
Spendenlaune, wenn Gratispostkarten beigelegt sind.
Sobald wir einen durchgestrichenen Preis, ein Rabattschild oder ähnliche Symbole
sehen, zermartern wir uns nicht mehr lange unser Hirn, sondern nehmen ein
Angebot in den meisten Fällen leichter an. Auch Logos, Tiere, Gegenstände,
Tätigkeiten oder Testimonials (reale Kunden oder Schauspieler, die sich als
überzeugte Nutzer eines Produktes oder einer Dienstleistung ausgeben) können in
der Werbung symbolhaft auf uns wirken.
Symbole schalten die internen Kontrollmechanismen weitestgehend aus.
Anstrengende Entscheidungsfindungen werden erleichtert!
Symbole kommunizieren Botschaften schnell und werden automatisch mit anderen,
bereits gelernten Dingen oder Zusammenhängen verbunden!
Code: Storytelling
Die Macht der Geschichten
Für die Abgrenzung vom Mitbewerber und seinen Produkten reichen verbale
Argumenten alleine nicht aus, denn eine wirkliche Unterscheidung gelingt nur in
den wenigsten Fällen.
Besser ist es, eine interessante, bedeutsame Geschichte rund um ein Produkt oder
eine Dienstleistung aufzubauen. Geschichten merken wir uns nämlich automatisch,
auch wenn wir das bewusst gar nicht vorhaben.
Akustische oder visuelle Umsetzungen von Geschichten speichern sich ab wie von
selbst und schaffen Möglichkeiten zur Identifikation!
Code: Sinne
Mit allen Sinnen erleben
Viele sensorischen Erlebnisse mittels Farben, Formen, Geräuschen, Licht, Haptik
usw. nehmen wir unbewusst in uns auf. Läuft z. B. in einem Weinhandel spanische
Hntergrundmusik, zeigten Untersuchungen, dass speziell der Umsatz von
spanischen Weinen gesteigert werden konnte.
Alle Sinne können unbewusst angesprochen werden und eine Bedeutung
transportieren!
Code: Sprache
Interpunktion, Intonation, Wortwahl
Die richtigen Worte finden, ein ansprechendes Schriftbild, Frage- oder
Ausrufezeichen, der Klang der Stimme – all dies verändert und variiert verbale
Botschaften, ob geschrieben oder gesprochen.
Sprache hat immer auch einen impliziten Aspekt. Nuancen können auch andere und
ungewünschte Bedeutungen senden!
TEIL III Erkenntnisse: Motive
Was Kunden antreibt
Codes allein führen jedoch noch nicht zu einem Kauf. Sie müssen erst auf
„relevante“ Wünsche und Bedürfnisse treffen, mit denen wir uns identifizieren
können. Zumindest eines der drei menschlichen Grundmotive muss dabei
angesprochen werden.
Das Sicherheitsmotiv:
- Streben nach Sicherheit und Fürsorge für Famile und Freunde
Das Erregungsmotiv:
- Streben nach Neuem und Spieltrieb
Das Autonomiemotiv:
- Streben nach Unabhängigkeit, Macht und Kontrolle
Werbung ist dann besonders wirksam, wenn Codes wenigstens eines der drei
Grundmotive aktiviert!
Theorie und Praxis:
Zwei Welten treffen aufeinander
Klingt alles sehr plausibel, denken Sie?! Dennoch ist es schwer, eine
„neurologisch maßgefertigte Werbung“ überhaupt zu entwickeln. Denn Kreativität
entsteht nicht unter strengen Regeln und auch eine Dimension wie der „Zeitgeist“
lässt sich nicht hieb- und stichfest erfassen. Ganz davon abgesehen, dass das
Zusammenspiel der verschiedenen Hirnregionen auch zu komplex ist, um es sicher
und vorhersehbar zu beeinflussen.
Einen „Kaufknopf im Gehirn“ gibt es nicht und ein Sparfuchs wird wahrscheinlich
nie zu sündhaft teuren Ausgaben zu bewegen sein. Dennoch - die Erkenntnisse des
Neuromarketings liefern sicherlich eine sehr gute Ergänzung zu den klassischen
Marktforschungsmethoden.
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